Rechtschreibstrategien anwenden
Rechtschreibstrategien anwenden
Du bist dir unsicher, wie du ein Wort schreiben sollst? Für diesen Fall kannst du folgende sechs Proben anwenden, die dir bei der Rechtschreibung helfen:
- Silbenprobe
- Verlängerungsprobe
- Ableitungsprobe
- Signalwörter und Endungen
- Sinneinheiten bilden
- Ersatzprobe mit dieses, jenes, welches
1. Silbenprobe
Bei der Silbenprobe sprichst du dir das Wort laut oder im Kopf vor. An welchen Stellen kannst du die Silben trennen? Schreibe die Silben dann auf und verbinde sie durch einen Bindestrich.
Beispiel:
Rit-ter, Müt-ze, An-zug
Auf diese Weise kannst du herausfinden, dass Ritter mit Doppel-t, Mütze mit „tz“ und Anzug mit einfachem „z“ geschrieben wird.
2. Verlängerungsprobe
Bist du dir unsicher, mit welchem Buchstaben ein einsilbiges Wort endet, kannst du die Verlängerungsprobe anwenden. Dabei bildest du aus dem einsilbigen Wort ein mehrsilbiges.
Je nach Wortart kannst du auf unterschiedliche Art zwei- oder mehrsilbige Wörter bilden:
- Nomen: Plural (z. B. das Bett → die Betten)
- Verben: wir-Form oder Infinitiv (z. B. lag → liegen)
- Adjektive: Kombination mit Nomen oder Steigerung
(z. B. krank → das kranke Kind/kränker)
3. Ableitungsprobe
Bei dieser Strategie suchst du Wörter aus der gleichen Wortfamilie mit dem gleichen Wortstamm.
Beispiel:
krank – Krankenhaus – erkranken
4. Signalwörter und Endungen
Nomen schreibt man groß. Aber woher weißt du, dass es sich um ein Nomen handelt? Hier helfen dir bestimmte Signalwörter und Endungen.
Signalwörter für Nomen:
Du fügst in Gedanken einen Artikel, ein Adjektiv, ein Pronomen oder eine Präposition hinzu. Ist dies möglich, handelt es sich um ein Nomen und du schreibst das Wort groß.
(z. B. Bank → die Bank, eine gemütliche Bank, seine Bank, bei der Bank)
Endungen von Nomen:
Typische Endungen sind z. B. -heit, -keit, -ung, -nis, -schaft
(z. B. in Gesundheit, Genesung, Gefängnis)
4. Signalwörter und Endungen
Manchmal wechseln Wörter die Wortart. Auch hierfür gibt es bestimmte Signale, die dir Hinweise auf die Rechtschreibung geben.
Nominalisieren von Adjektiven (z. B. die Kleine, etwas ganz Komisches) → Achte hier auf Signalwörter wie Artikel, Adjektive, Pronomen sowie Wörter wie alles, einige, etwas, nichts.
Nominalisieren von Verben (z. B. beim Schwimmen, das Tanzen) → Achte hier auf Signalwörter wie Artikel, Adjektive, Pronomen und Präpositionen.
5. Sinneinheiten bilden
Bei Aufzählungen werden die Wörter durch ein Komma getrennt, z. B.:
Korbinian verbringt seinen Urlaub gerne in Italien, Spanien, Griechenland.
Ausnahme: Enthält die Aufzählung ein oder, und oder sowie, steht kein Komma, z. B.:
Korbinian verbringt seinen Urlaub gerne in Italien, Spanien oder Griechenland.
Finde alle Teile, die zum Prädikat gehören, um eine Sinneinheit zu bilden,
z. B.: Trägst du noch etwas Sonnencreme auf?
6. Ersatzprobe mit dieses, jenes, welches
Bist du dir unsicher, ob du das oder dass schreiben musst? Dann kann dir diese Strategie helfen, die richtige Schreibung zu finden.
Zur Probe kannst du dieses, jenes oder welches einsetzen. Wenn das möglich ist, dann schreibst du „das“ mit einem „s“. Wenn die Probe nicht funktioniert, dann schreibst du „dass“.
Beispiel:
Das Spiel, (das/dass?) Jan erfunden hat, gefällt mir sehr.
→ Das Spiel, welches Jan erfunden hat, gefällt mir sehr.
→ Das Spiel, das Jan erfunden hat, gefällt mir sehr.
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